Kleider- und Hygieneaktion
Mittwoch Juni 22nd 2011, 12:15
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Allgemein
Am Dienstag den 14.6. packten Johannes und ich uns die
Rucksäcke mit Zahnbürsten, Zahnpasta und Seife voll und fuhren im Minibus nach
Lajing. Vor einigen Jahrzehnten war dies die Hauptstadt des Landkreises
Lanping, doch als hier das Zinkbergwerk wuchs änderte sich das. Die Saline am Fluss wurde geschlossen und die hohe
Arbeitslosenrate führte langsam zur Verarmung. Am Freitag zuvor hatten wir
Kleider in die Mittelschule gebracht, doch die Schüler waren bereits nach Hause
gefahren. Also stand zuerst das Verteilen an, ein deprimierendes Chaos. Da
Jungs generell weniger vorsichtig mit Klamotten umgehen, waren unter den
Spenden auch mehr brauchbare Mädchensachen. So hatten wir gut über 100 Hosen
und Jacken für Mädchen, für Jungen dagegen nur etwa 80 Stück. Diese sollten an
gut 400 Schüler verteilt werden. Die Jungs rissen alles an sich und waren mit
den abgetragensten Hosen zufrieden. Die pubertierenden Mädchen waren dagegen
sehr wählerisch. Nachdem ich einem Mädchen die fünfte passende Hose hinhielt
und sie diese immer noch nicht wollte, fragte ich mich, ob es sinnvoll war,
diesen Kindern die Kleider zu geben. Mittelschulen sind grundsätzlich größer
und prunkvoller als die Grundschulen in den Dörfern. Zwar gibt es kein
Schulgeld, trotzdem fallen Lebenshaltungskosten für die Schüler an. Vermutlich
bleiben die ärmsten Kinder aus den Dörfern oftmals nach der Grundschule zu Hause,
obwohl eine Schulpflicht besteht. Doch selbstverständlich kamen alle Kleider
weg und ich verdrängte diese sinnbezweifelnden Gedanken.
Der Schulleiter, der uns schon am Freitag zuvor zum Essen
einladen wollte, bestand diesmal darauf, dass wir die Einladung annähmen. Wir
wurden vor riesige Fleischplatten gesetzt, die eine ganze Schulklasse hätten
sattmachen können. Danach fuhren wir auf einem holprigen Matschweg nach 长间Changjian, einem
kleinen Dorf etwa eine Fahrtstunde entfernt. Mit 115 Grundschulkindern wuschen
wir beide unsere Hände, bis die Haut von der Seife ganz gereizt war. Jeder
bekam ein Stück Seife, Zahnbürste und -pasta, größtenteils Spenden der
Supermärkte in Lanping. Danach putzten wir alle gemeinsam die Zähne und
schärften den Kindern ein die Zahnbürste täglich, bestenfalls morgens mittags
und abends zu benutzen. Obwohl wir noch Luftballons dabeihatten, die bei den
Grundschülern immer sehr gut ankommen, brachen wir direkt auf. Es gab kein
Auto, das uns hätte zurückfahren können, sodass uns noch eine dreistündige Wanderung
zurück nach Lajing erwartete. Dort fanden wir zum Glück schnell einen Bus der
uns zurück nach Lanping brachte.




雪邦山
Mittwoch Juni 22nd 2011, 10:40
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Als am Samstagmorgen das Wetter sehr vielversprechend
aussah, entschloss ich mich ziemlich spontan einen weiteren
Xuebangshan-Besteigungsversuch zu wagen. Im Februar hatte ich es mit Terje und
Daniel, zwei Mitfreiwilligen schon einmal versucht, doch es lag zu viel Schnee
und wir wählten auch eine zu steile Route. Vor zwei Wochen wollte ich es schon
einmal versuchen, doch dann regnete es.
Gegen elf Uhr hatte ich alles gepackt und letzte
Lebensmittel im Supermarkt gekauft. Es konnte losgehen. Ich ging den Weg zu
einem Dorf, daran vorbei und dann wurde der Weg zum Pfad. Es wurde immer
steiler und das Gestrüpp ließ das Vorankommen immer schwieriger werden. Als ich
auf eine Lichtung kam, fiel mir auf, dass ich nur einige hundert Meter
unterhalb eines Nebenbergs war, denn ich auch gleich bestieg. Nach einer kurzen
Pause musste ich erst einmal absteigen um in das dahinter gelegene Dorf zu
gelangen. Eine Bai-zu-Frau, die so nett war meine Wasserflasche mit frischem
Kaishui, heißem Wasser, aufzufüllen erzählte mir, dass es mit dem Minibus von
Jinding ins Dorf nur fünf Yuan koste. Im Februar hatten wir 80 Yuan für ein
Taxi bezahlt.
Vom vorigen Nebengipfel hatte ich einige Häuser ein gutes
Stück oberhalb des Dorfs gesehen. In dieser Richtung hielt ich mich jetzt um
bei Regen bei einem Bauern ein Dach über dem Kopf zu finden. Für die Nacht war
ich nur mit Isomatte und Schlafsack ausgestattet; das Zelt aus Hainan war nicht
mehr aufzufinden. Gegen 17 Uhr fand ich eine schöne kleine Wiese und in
nächster Nähe viele gefällte Sträucher, die mir als Feuerholz dienen sollten.
Als ich eine Glut hatte stellte ich den alten Reiskochtopf aufs Feuer um meinen
Reiseintopf zu kochen.

Leider fiel er einmal um, sodass ich mich letztendlich
mit Bau-ze, chinesischen Dampfbrötchen sattessen musste. Nachts störten mich
nur die Mücken.
Am nächsten Morgen war ich schon um sieben Uhr unterwegs und
traf nach etwa einer Stunde Aufstieg auf eine Bauernsiedlung der Yi-Minderheit.
Hier füllte ich meine Wasserflaschen nochmals auf und der Familienvater wies
mir den Weg. Zwischendurch füllte ich meine Wasserflaschen in allen möglichen
und unmöglichen Tümpeln, Pfützen und Bächen auf. Dank Micropur® kein Problem.

Nun begann der
langsame und beschwerliche Aufstieg, bis ich um kurz nach zehn den Grad des
Berges erreichte. Auf dem Grad wanderte und kletterte ich mehr schlecht als
recht in Richtung Gipfel. Zwischenzeitlich zogen Wolken auf und ich befürchtete
schon wieder abbrechen zu müssen. Doch kurz nach Mittag brach die Wolkenwand
auf und ich sah den letzten Kletteranstieg vor mir. Ich versuchte mich von der
Euphorie des Gipfelstürmens nicht beeinflussen zu lassen und stieg stetig dem
Gipfel entgegen. Oben war ich erleichtert und zufrieden, die Aussicht
phänomenal.
Ich gönnte mir etwa eine halbe Stunde Rast, bevor ich den etwas
niedrigeren doch wesentlich schrofferen Zweitgipfel in Angriff nahm. Die
Kletterei dauerte eine gute halbe Stunde und war zugegebenermaßen auch nicht
ganz ungefährlich.


Das gelbbraune Gebilde links ist das Zinkbergwerk. In der Bildmitte ist die Vorstadt Jinding zu sehen. Rechts ist Lanping zu erkennen, am rechten oberen Zipfel der Stadt die Schule zu erahnen.
Vom zweiten Gipfel versuchte ich auf der anderen Seite abzusteigen,
verfehlte jedoch einen richtigen Weg und landete im Wald. Zwei Stunden kämpfte
ich mich durchs Unterholz bis ich endlich wieder auf einen Weg stieß. Es begann
zu regnen und ich hoffte bis zum Abend zu eier Hütte oder einem Bauernhaus zu
kommen. Doch bis zu bewohntem Gebiet war es wesentlich weiter als ich erwartet
hatte. Als der Regen nachließ beschloss ich um Halbsechs vollkommen erschöpft
doch das Wildcampen noch einmal zu versuchen. Die Mücken waren in dieser Nacht
noch schlimmer und meine Hände sehen noch immer aus als hätte ich Windpocken. Am
nächsten Tag war ich schon morgens um 10 Uhr nach knapp drei Stunden wandern
zurück in Lanping.
Die genaue Höhe konnte ich nicht ohne eigenen Höhenmesser nicht herauskriegen. Im Internet ist von 3800 bis 4400m.ü.M. alles zu finden. Die chinesischen Seiten haben 4295m gemessen.
Schulalltag
Sonntag Mai 22nd 2011, 10:03
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Anfang Mai ist Flo zurück nach Deutschland geflogen.
Ich unterrichte weiterhin nur die Oberstufe. In einer Woche zehn Stunden Senior 1, in der nächsten ganze 6 Stunden Senior 2. Dazu kommen zwei Stunden pro Woche mit meinen Lieblingsklassen der Mittelschule, sowie zwei Mal pro Woche English Corner.
Nachdem die English Corner im April zeitweise komplett einschlief, kommen nun drei Schüler regelmäßig sowie etwa 5 weitere ab und zu. Da ich sie dafür in mein Zimmer einlade, ist gar nicht mehr Platz für mehr Schüler. Trotzdem mache ich nach fast jeder Unterrichtsstunde nochmal darauf aufmerksam, doch die meisten widmen ihre wenige Freizeit lieber dem Basketballspiel.
Ich ließ ich sie mit Wasserfarben malen, wir spielten UNO oder hörten Popmusik und versuchten einen Song mitzusingen. Doch dadurch, dass man sich besser kennenlernt, ist das Programm gar nicht mehr so wichtig und es entwickeln sich ganz natürliche Gespräche. Dabei besteht keine Gefahr, dass sich wie früher der Großteil langweilt, da die wenigen Schüler, die kommen, alle daran teilhaben können.

兰坪民族中学 Lanping Minority Middle School
Den Alltag der Schüler (der Oberstufe) finde ich nach wie
vor schockierend aber auch beeindruckend:
5:40 Uhr aufstehen
5:50 – 6:25 Hausaufgaben, Lernen, Selbststudium
6:25 – 6:45 Joggen
6:45 – 7:20 Frühstück
7:20 – 7:50 Reading Class
8:00 – 8:40 1. Stunde
8:50 – 9:30 2. Stunde
9:40 – 10:20 3. Stunde
10:20 – 10:30 Morgengymnastik zu Marschmusik
10:40 – 11:20 4. Stunde
11:30 – 12:10 5. Stunde
12:10 – 14:10 Mittagessen und Pause
14:20 – 15:05 6. Stunde
15:15 – 16:00 7. Stunde
16:10 – 16:55 8. Stunde
16:55 – 18:55 Abendessen und Pause
19:00 – 20:20 1. Abendstunde
20:30 – 22:00 2. Abendstunde
22:00 – 22:25 Freizeit, ev. Sport, Nachtessen, Waschen
22:30 Licht aus, Schlafen
Einen disziplinierteren Alltag könnte kein Roboter haben. Als ich neulich einem Lehrer erzählte, das bei uns in der Regel um ein Uhr Schulschluss ist und diese Aussage dezent mit meiner Meinung über den chinesischen Schulalltag würzte, meinte er, dass wir in Deutschland eben fauler wären. Außerdem könnte die deutschen Schüler niemand kontrollieren und sie würden sehr viel lasterhafter sein. Zu regelmäßigen Rauchern können chinesische Schüler wirklich nicht werden und wenn sie beim trinken erwischt werden, setzt es Haue.
Vor etwa einer Woche war ich abends ab halb zehn auf unserem großen Sportplatz joggen. Ab kurz nach zehn kamen einige Schüler hinzu, die
mich zu ihrem Breakdance-Training einluden. Exakt um 22:22 meinte ein Schüler es wäre Zeit zurückzugehen, um pünktlich zur „Sperrstunde“ im Schlafsaal zu
sein. Auf dem Weg traf ich einen anderen Lehrer, mit dem ich die Schlafsäle inspizierte. Etwa 30 Betten in einem Raum, etwa so groß wie ein Klassenzimmer,
würziger Fußkäsegeruch. Die meisten Schüler grinsten mich an, lagen schon im Bett oder aßen noch eine Kleinigkeit. Um Punkt Halb elf ging das Licht aus und
wir verließen den Schlafraum. In einem Nebenzimmer saßen mehrere Lehrer, die die Schüler per Kamera beaufsichtigten und dabei Computer spielten.
Positiv daran ist, dass die Schüler nur ein geringes Schlafdefizit(7h) haben, mit Sicherheit kleiner als das der meisten Schüler in Deutschland. In der Mittelschule schlafen die Schüler zu Hause. In meinen Mittelstufenklassen gibt es zwei Schüler die regelmäßig einschlafen. Der eine gab auf Nachfrage zu, dass er seiner Großmutter noch bis nach Mitternacht bei der Arbeit half. Und am nächsten Morgen um halbsechs Uhr aufstand. Im Vergleich dazu geht es den Oberstufenschülern deutlich besser.
by jo
Krankheit, Zwischenseminar und Urlaub
Montag März 21st 2011, 14:41
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Nach der Wanderung vor drei Monaten (letzter Eintrag!) waren Flo und ich erst einmal lange krank. Das führte dazu, dass wir das schlecht ausgestattete, dreckige Lanpinger Krankenhaus kennenlernten.
Anfang Januar wurde in Liuku das Zwischenseminar abgehalten. Ich hatte das Gefühl, es ginge vor allem darum, den Zusammenhalt der Gruppe zu stärken und die Einzelnen für die Projektarbeit zu motivieren.
Dann begann die Reisezeit. Während Flo Yunnan bereiste und Dali, Xishuangbanna und Kunming kennenlernte, flog ich an die Ostküste Chinas nach Shanghai. Dort war es recht winterlich und bei einem Tagesausflug mit zwei Spaniern nach Hangzhou waren alle Straßen zugeschneit. Nach einer Woche ging es weiter nach Guangzhou, wo die Temperaturen frühlingshaft warm waren. Hier blieb ich nur drei Tage und machte die meiste Zeit mit einem Inder die Fälschermärkte unsicher. Über Zhanjiang ging es weiter nach Haikou, die Insel ganz im Süden Chinas. Dort stieß ich wieder mit Flo zusammen. In Sanya erlebten wir mit Sonne, Meer und sommerlichen Temperaturen das chinesische Neue Jahr am 3.2. Für ein Heidengeld gingen wir auch noch einer Touristenfalle auf den Leim und nahmen am Flaschentauchen in der Bucht teil. Leider wurde Flos Handy, sowie mein Fotoapparat geklaut, deswegen gibt es nur Flos Bilder.





Da Flo von einem Rückfall nach dem anderen heimgesucht wurde, sorgte die Versicherung Mitte Februar dafür, dass sie in Shanghai in einem vernünftigen Krankenhaus untersucht wurde. Währenddessen kehrte ich allein nach Lanping zurück. Seit Anfang letzter Woche ist sie wieder frisch und gesund in Lanping.
Kleines Abenteuer
Sonntag Dezember 26th 2010, 20:15
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Am Dienstag ging’s nach langer Zeit mal wieder auf Wanderschaft. Bei strahlendem Sonnenschein wählten wir einen Berg am Rande von Lan Ping. Zuerst ging es heiter durch einen jungen Kiefernwald, bis die unsere Strecke immer steiler und unwegsamer wurde. Zum Umkehren waren wir wie immer zu prinzipiell (Es gibt immer einen Weg) und kämpften uns bald durch dichtes Gebüsch. Nicht selten verlangte ich nach einer Pause und so klemmten wir uns sitzend hinter Bäume, um nicht den Hang wieder hinunter zu purzeln. Oben angekommen wurden wir für die Strapaze reichlich belohnt. Zu unseren Füßen breitete sich ein Meer aus Bergen aus, auf denen sich scheinbar endlos tiefgrüne Tannen aneinander drängten. Weit in der Ferne erstreckte sich eine lange Kette scheebedeckter Bergrücken. Sie ließen wahres Hochgebirge vermuten!
Nach dem ersten Staunen musste es weiter gehen, aber wohin? Rechts von uns ging es auf einem schmalen Grat nur weiter hinauf, den selben Weg trauten wir uns nicht hinunter. Nach kurzer Suche stießen wir auf einen spärlich bewachsenen Abhang, der zunächst leicht überwindbar aussah. Nachdem wir ordentlich an Höhenmetern verloren hatten, wurde der Hang jedoch zunehmend abschüssiger, bis es schließlich fast senkrecht hinunterging. So übten wir uns im Klettern und nachdem ich einen Stein losgetreten hatte, wollte Jonathan auch nicht mehr unter mir gehen. Zu unserer Erleichterung wand sich bald ein ausgetrockneter Flusslauf durch das Gestein. Aus der flachen, breiten Kerbe im Fels wucherten zahlreiche Sträucher, die uns reichlich Halt für Hände und Füße boten. Auf diese Weise gelangten wir durch die schattig-subtropische Vegetation wieder nach unten.
(by Flo)
Eine putzige Aktion
Samstag Dezember 18th 2010, 15:24
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Am Samstag, den 11.12 haben mein Kollege Johannes aus Berlin und ich uns das einzige Männerklo in unserem Gebäude vorgeknüpft. Dort wurde seit September immer einmal sporadisch gewischt und die Mülleimer gelehrt, im Ganzen wurde der Dreck, der sich in Toiletten so ansammelt eher sich selbst überlassen.
So machten wir uns bewaffnet mit Gummihandschuhen, Bürsten, Lappen, WC-Reiniger und Spülmittel an die Arbeit. Nach drei Stunden akribischem Putzen waren wir recht zufrieden, und zwei Tage später klebte ich noch ein Handwaschplakat auf Englisch und Chinesisch über die Waschbecken und stellte noch ein wenig Flüssigseife dazu. Leider ist der Seifenbehälter nach nun zwei Wochen immer noch fast voll, was zeigt das die Chinesen gegenüber Veränderungen und Neuerungen sehr skeptisch sind.
Hier einige Eindrücke:
Vorher



Meine Dusch- und Waschecke Die appetitlichen Waschbecken Andere Örtlichkeiten

Die Putzkolonne meldet sich zum Dienst!


Besonders hartnäckig: die Pissoirs
Nachher (zwei Tage nach der Reinigung):





Die Waschbecken mit “How to wash your hands”-Plakat
by jo
Patenschaftsprojekt (BTAC)
Freitag Dezember 17th 2010, 20:30
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Das Patenprojekt (Because They Are Children soll Kontakte zwischen deutschen oder chinesischen Paten und bedürftigen Schulkindern aus Yunnan aufzubauen. Es geht bei diesen Patenschaften in erster Linie darum eine Freundschaft zwischen Paten und Patenkind durch Briefe oder Emails wachsen zu lassen. Auf Wunsch der Paten können auch Geldspenden übermittelt werden.
Für uns Freiwillige sieht diese Projekt folgendermaßen aus: Die Kinder werden von ausgewählten Freiwilligen regelmäßig besucht, um wie oben erklärt Briefe oder Spenden zu überbringen. Durch diesen ständigen Kontakt sind dem Paten authentische Eindrücke aus dem Leben des Kindes garantiert. Die chinesischen Patenkinder profitieren nicht nur materiell von möglichen Geldspenden, sondern begeistern sich hauptsächlich für den ausländischen Paten, der sich für sie persönlich interessiert. Die meisten Kinder besuchen noch die untere Mittelschule (bis einschließlich Klasse neun), doch für die obere Mittelschule fällt in der Regel ein Schulgeld an, dass viele Eltern nicht bezahlen können. Damit bleibt ihnen der Besuch einer Universität verweigert.
HIERMIT MÖCHTEN WIR SIE ALLE DAZU AUFFORDERN SELBST PATE ZU WERDEN!
Wenn Sie Interesse haben, Pate zu werden, das Patenprojekt mit einer Spende unterstützen wollen oder Fragen haben, dann setzen Sie sich mit uns persönlich in Verbindung oder schreiben sie an: btac@peterjochimsenstiftung.de
Weitere Informationen zu Baumhaus und dem BTAC-Projekt finden Sie auch auf der Internetseite www.baumhaus-projekt.de
by jo & flo
Kleiderprojekt
Freitag Dezember 17th 2010, 20:27
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Neben unserer Arbeit als Englischlehrer sollen wir uns auch in verschiedenen anderen Projekten beteiligen und auch neue Projekte in Gang bringen. Das Kleiderprojekt wurde von den letztjährigen Freiwilligen in Liuku und Fugong begonnen. Da keine Freiwilligen nach Fugong durften und wir sechs nun in Lanping, der dritten „Stadt“ Nujiangs quartiert sind, haben wir das Projekt hier ebenfalls gestartet.
Anfang November hatten wir einen großen Sammeltag auf dem Hauptplatz von Lanping organisiert. Dafür hatten wir Flyer gedruckt, verteilt und aufgehängt und Johannes und Daniela hatten in einer Grundschule darüber gesprochen.
Wir brachten unsere drei Gitarren und ich meine Jonglierbälle mit und kauften kiloweise Kekse. Während wir zwischendurch immer wieder Ausflüge zu den nahegelegenen Supermärkten machten um Pappkisten für die Kleider zu holen wurden wir mit Kleidern überschüttet. Um die Kinder zu unterhalten jamten wir abwechselnd oder zu zweit auf unseren Gitarren und jonglierten.
Anschließend mussten wir die Kisten in die umfunktionierte „Küche“ von Johannes und Daniela tragen. Knochenarbeit!
In der nächsten Woche sortierten wir die Kleider und wuschen fleckige Stücke. Zwei Wochen später sollte in einer Grundschule nochmal gesammelt werden. Innerhalb eines Tages kam eine ganze Kleinlastwagenladung zusammen, mehr als bei der ersten Sammelaktion.
In der letzten Novemberwoche besuchten wir eine arme Grundschule in einem Dorf namens Santongshan. Die 41 Grundschüler stellten sich in der Reihe auf und wir gaben jedem eine Hose, einen Pullover, eine Jacke, ein Heft und einen Bleistift mit Radiergummi. Nach Ablauf der Verteilung kam ich für ein paar Stunden in eine ganz schlimme seelische Krise. Ich fühlte mich so schlecht, den Kindern Kleider anderer Chinesen zu geben, und dafür ihren Dank einzufahren. Dass dies ausgerechnet wir als fremde Europäer machen müssen, empfand ich als falsch und ungerecht. Von Geburt her sind uns Freiwilligen tausendfach mehr Chancen gegeben als diesen armen Kindern, und sie fühlen sich durch unser Verhalten auch noch dazu verpflichtet uns zu danken.
Um eine zweite Grundschule zu besuchen, fehlen uns momentan die Kleider. Deswegen haben wir noch einmal eine große Flyeraktion gestartet und versucht, die Schüler unserer Schulen zum Kleiderspenden zu animieren. Auch den unseren Schulleiter bat ich darum, vor der versammelten Schülerschar das Projekt anzusprechen. Leider hat er diese Bitte ignoriert.
by Jo
Ein schweinisches Fest
Freitag Dezember 17th 2010, 20:26
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Allgemein
Am Sonntag, den 5.12 waren wir statt auf einer Nikolausfeier auf einem Schweineschlachtfest. Eine Familie, mit der wir schon mehrere Ausflüge unternommen haben, lud uns ein bei diesem Familienfest dabei zu sein. Als ich ankam war ein Schwein bereits ausgenommen und verarbeitet das zweite gerade getötet worden.
Ein anderer Freiwilliger hatte das Vergnügen dies mit ansehen zu können. Mit einem langen Messer wird dem Tier in der oberen Bauchgegend das Herz durchstoßen oder die Kehle durchgeschnitten. Was ich von Bolzenschussgeräten gehört habe, ist dass das Tier innerhalb weniger Sekunden zusammenbricht und tot ist. So wie die Chinesen das tun, geht es eine geraume Zeit, bis das Tier aufhört zu zucken und zu leiden.
Noch bevor ich be- und entgeistert Bilder von der blutigen Szenerie machen konnte, wurde ich bereits aufgefordert mich an einen der Tische zu setzen und von dem frisch Gebratenen zu probieren. Der erste Bissen kostete mich eine gewisse Überwindung, da das nächste tote Schwein kaum zwei Meter von mir entfernt auf dem Boden lag. Obwohl ich sonst ein Verächter von Schweinefleisch bin, schmeckten diese Filetstückchen wirklich vorzüglich.
Nach dem Essen sah ich mich nochmal um und konnte endlich meine Fotos schießen. Gemeinsam mit Li Ke, der Tochter der Familie und ihrer kleinen Kusine sahen wir uns einen dicken Schweinedarm in einer Schüssel an. Außerdem entdeckten wir den toten Schweinekopf.


Genug der Schweinereien. Ich lernte kurz darauf den Großvater von Li Ke und ihrer Kusine kennen. Ein 75 jähriger Greis am Stock, der nur wenig Hochchinesisch sprach und mir ein paar Phrasen in der Bai zu Sprache beibrachte. „Ga shui li“ heißt so viel wie „eine Pause machen“, „sich ausruhen“. Bei dem nachmittäglichen Spaziergang zu einem Tempel ruhten wir uns so oft aus, dass ich diesen Ausdruck sogar im Gedächtnis behielt und nicht gleich vergaß.

Da ich immer noch unter meiner dritten Erkältung in China litt, waren mir die vielen Pausen irgendwann ganz recht, da die Kinder so quirlig und aufgedreht waren, dass ich wieder Kopfweh bekam.
by jo
Eindrücke
Freitag November 19th 2010, 21:07
Filed under:
Allgemein


