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Als am Samstagmorgen das Wetter sehr vielversprechend
aussah, entschloss ich mich ziemlich spontan einen weiteren
Xuebangshan-Besteigungsversuch zu wagen. Im Februar hatte ich es mit Terje und
Daniel, zwei Mitfreiwilligen schon einmal versucht, doch es lag zu viel Schnee
und wir wählten auch eine zu steile Route. Vor zwei Wochen wollte ich es schon
einmal versuchen, doch dann regnete es.
Gegen elf Uhr hatte ich alles gepackt und letzte
Lebensmittel im Supermarkt gekauft. Es konnte losgehen. Ich ging den Weg zu
einem Dorf, daran vorbei und dann wurde der Weg zum Pfad. Es wurde immer
steiler und das Gestrüpp ließ das Vorankommen immer schwieriger werden. Als ich
auf eine Lichtung kam, fiel mir auf, dass ich nur einige hundert Meter
unterhalb eines Nebenbergs war, denn ich auch gleich bestieg. Nach einer kurzen
Pause musste ich erst einmal absteigen um in das dahinter gelegene Dorf zu
gelangen. Eine Bai-zu-Frau, die so nett war meine Wasserflasche mit frischem
Kaishui, heißem Wasser, aufzufüllen erzählte mir, dass es mit dem Minibus von
Jinding ins Dorf nur fünf Yuan koste. Im Februar hatten wir 80 Yuan für ein
Taxi bezahlt.
Vom vorigen Nebengipfel hatte ich einige Häuser ein gutes
Stück oberhalb des Dorfs gesehen. In dieser Richtung hielt ich mich jetzt um
bei Regen bei einem Bauern ein Dach über dem Kopf zu finden. Für die Nacht war
ich nur mit Isomatte und Schlafsack ausgestattet; das Zelt aus Hainan war nicht
mehr aufzufinden. Gegen 17 Uhr fand ich eine schöne kleine Wiese und in
nächster Nähe viele gefällte Sträucher, die mir als Feuerholz dienen sollten.
Als ich eine Glut hatte stellte ich den alten Reiskochtopf aufs Feuer um meinen
Reiseintopf zu kochen.

Leider fiel er einmal um, sodass ich mich letztendlich
mit Bau-ze, chinesischen Dampfbrötchen sattessen musste. Nachts störten mich
nur die Mücken.
Am nächsten Morgen war ich schon um sieben Uhr unterwegs und
traf nach etwa einer Stunde Aufstieg auf eine Bauernsiedlung der Yi-Minderheit.
Hier füllte ich meine Wasserflaschen nochmals auf und der Familienvater wies
mir den Weg. Zwischendurch füllte ich meine Wasserflaschen in allen möglichen
und unmöglichen Tümpeln, Pfützen und Bächen auf. Dank Micropur® kein Problem.
Nun begann der
langsame und beschwerliche Aufstieg, bis ich um kurz nach zehn den Grad des
Berges erreichte. Auf dem Grad wanderte und kletterte ich mehr schlecht als
recht in Richtung Gipfel. Zwischenzeitlich zogen Wolken auf und ich befürchtete
schon wieder abbrechen zu müssen. Doch kurz nach Mittag brach die Wolkenwand
auf und ich sah den letzten Kletteranstieg vor mir. Ich versuchte mich von der
Euphorie des Gipfelstürmens nicht beeinflussen zu lassen und stieg stetig dem
Gipfel entgegen. Oben war ich erleichtert und zufrieden, die Aussicht
phänomenal.
Ich gönnte mir etwa eine halbe Stunde Rast, bevor ich den etwas
niedrigeren doch wesentlich schrofferen Zweitgipfel in Angriff nahm. Die
Kletterei dauerte eine gute halbe Stunde und war zugegebenermaßen auch nicht
ganz ungefährlich.


Das gelbbraune Gebilde links ist das Zinkbergwerk. In der Bildmitte ist die Vorstadt Jinding zu sehen. Rechts ist Lanping zu erkennen, am rechten oberen Zipfel der Stadt die Schule zu erahnen.
Vom zweiten Gipfel versuchte ich auf der anderen Seite abzusteigen,
verfehlte jedoch einen richtigen Weg und landete im Wald. Zwei Stunden kämpfte
ich mich durchs Unterholz bis ich endlich wieder auf einen Weg stieß. Es begann
zu regnen und ich hoffte bis zum Abend zu eier Hütte oder einem Bauernhaus zu
kommen. Doch bis zu bewohntem Gebiet war es wesentlich weiter als ich erwartet
hatte. Als der Regen nachließ beschloss ich um Halbsechs vollkommen erschöpft
doch das Wildcampen noch einmal zu versuchen. Die Mücken waren in dieser Nacht
noch schlimmer und meine Hände sehen noch immer aus als hätte ich Windpocken. Am
nächsten Tag war ich schon morgens um 10 Uhr nach knapp drei Stunden wandern
zurück in Lanping.
Die genaue Höhe konnte ich nicht ohne eigenen Höhenmesser nicht herauskriegen. Im Internet ist von 3800 bis 4400m.ü.M. alles zu finden. Die chinesischen Seiten haben 4295m gemessen.
